Magdalena trifft

Magdalena trifft Folke große Deters

Am 17. Februar 2022 ist das neue Juristenausbildungsgesetz in Nordrhein-Westfalen in Kraft getreten (GV. NRW. 2021, S. 1190). Die schwarz-gelbe Landesregierung hat dabei den Druck auf Studierende der Rechtswissenschaft weiter erhöht. Während bislang die Klausuren des Ersten Staatsexamens getrennt nach Fächern und zeitlich versetzt geschrieben werden konnten, entfällt diese Möglichkeit künftig. Daneben wird die Zwischenprüfung zu einem kleinen Staatsexamen, bestehend aus je einer dreistündigen Klausur in den Kernrechtsgebieten Öffentliches Recht, Bürgerliches Recht und Strafrecht umgebaut. Die Wiederholung dieser Klausuren ist begrenzt. Außerdem entfällt der Rechtsanspruch der Prüflinge auf einen Hochschullehrenden als Korrigierenden bzw. Mitglied der Prüfungskommission.

Diese Änderungen erhöhen den Druck auf Studierende unnötig, ohne dabei die Ausbildung zu verbessern. Sie werden sie Bedarf an kommerziellen Repetitorien bereits für Anfangssemester schaffen. Mit dem Fortfall des Abschichtens wird eine zeitlich angemessene, vertiefte Befassung, konzentriert auf ein Rechtsgebiet künftig passe sein. In der ganzen Examensphase werden Studierende alle drei Rechtsgebiete gleichermaßen auf prüfungsfähigem Level halten müssen. So entsteht kein tieferes Verstehen. Die zu befürchtende geringere Beteiligung unserer Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer an den Examensprüfungen entkoppelt außerdem die Prüfung von der Ausbildung.

Unsere Vorstellungen sind andere: Druck aus dem Kessel nehmen, sagt Folke große Deters, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer JuristInnen in NRW. Nicht die auswändig gelernten “48 Meinungsstreits, sondern das Verständnis der Methode macht den guten Juristen” (Folke). Mehr dazu im Video!